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Messages posted by: JPP
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Liebe Wadoku-Community,

wie wir alle wissen, verfügt das Japanische über eine sehr stark ausgeprägte Diglossie und in dieser wiederum über eine Vielfalt von Ausdifferenzierungen, die ihresgleichen sucht. Wadoku bringt hier Ordnung hinein, indem Tags verwendet werden, die ja gerade für die mit dem Japanischen noch nicht so sehr vertrauten Nutzer sicherlich sehr wertvoll sind.
Anlässlich des Lexems 「残涙」frage ich mich erneut, ob man das Register solcher Ausdrücke mit {lit.} und {poet.} ausreichend erfasst. Auch frage ich mich, ob es ausreichen würde, hier ein {altertüml.} zu ergänzen, um die Spezifität des Registers wirklich zu erfassen. Diese scheint mir nämlich gerade darin zu liegen, dass es sich um einen schriftsprachlichen, poetischen Ausdruck handelt, der unmissverständlich auf die Tradition der chinesischen Dichtung verweist. Der Ausdruck an sich ist natürlich leicht verständlich, doch findet er sich nur in sehr wenigen Wörterbüchern und auch bei 少納言 finde ich nur ein einziges Verwendungsbeispiel. Weiterhin beschränkt sich dieser Umstand nicht auf 「残涙」, sondern auf viele Ausdrücke von Autoren, die von der chinesischen Lyrik geprägt sind. Bei Sōseki, Tanizaki, Akutagawa u.v.m. trifft man ständig auf Ausdrücke, die man so nicht oder nur kaum in einem Wörterbuch findet. Ich erinnere mich noch sehr gut an eine meiner ersten Akutagawa-Lektüren, bei der ich fast verzweifelte, weil mir keines meiner Wörterbücher sagen wollte, was 「曛」 heißt, doch Akutagawa vom 「曛日」 schrieb. Hier hilft kein noch so gutes 辞典, nicht einmal das 日本国語大辞典, sondern nur (漢和)字典, und um 「曛」 in den Text zu kriegen ist man mit einem Wechsel zur chinesischen Tastaturbelegung auch sehr viel schneller, als wenn man「クン」auf Japanisch eingibt und sich dann erst einmal durch den Homophondschungel scrollen muss – bei anderen Zeichen aus dem Kontext der chinesischen Lyrik, die durchaus von Japanern verwendet werden, führt die Suche in der Homophondschungelscrollleiste manchmal gar nicht zum Ergebnis, da die japanische Tastatur, wie ja auch die 辞典, einfach nicht alles aufführt, was tatsächlich im Japanischen in Verwendung ist. Bitte entschuldigt die Anekdote, ich möchte damit illustrieren, wie sehr derartige Ausdrücke sich am Rande des Japanischen bewegen – eine Beobachtung, die natürlich auch auf schräge Latinismen/Gräzismen der deutschen Wissenschaftssprache zutrifft; im Japanischen aber, sind derartige Ausdrücke, die sich an der Grenze der eindeutigen Zuordnung zu einer Sprache befinden, jedoch nicht nur das Unterfangen von ein paar akademischen Freaks, für die sich die breite Masse eh nicht interessiert, sondern über die (kanonisierte) Literatur Teil des vergleichsweise breit rezipierten kulturellen Erbes und damit integraler Bestandteil der Sprache, auch wenn die geläufigen Wörterbücher da hinterherhinken bzw. meinen, dass sie solche Ausdrücke nicht zu behandeln hätten, weil dafür ja die 漢和字典 zuständig seien.
Was ich schließlich vorschlagen möchte, ist Folgendes: Wie wäre es, wenn man auf Wadoku einen neuen Tag einführte, der sich explizit auf derartige Ausdrücke aus dem Kontext der chinesischen Lyrik bezieht. Man könnte ihn bspw. {Kanshiausdruck} bzw. {kanshipoet.} nennen. Den Vorteil, den ich in so einem Tag sehen würde, bestünde einerseits darin, dass der Nutzer das nachgeschlagene Wort sofort effizient einordnen kann und andererseits auch darin, dass die Distinktion von Schriftsprache und gesprochener Sprache innerhalb der poetischsprachlichen Ausdrücke differenzierter erfasst werden kann. Beispielsweise finden sich bei Wadoku unter {poet.} gar nicht wenig Ausdrücke, die man auch in der gesprochenen Sprache problemlos verwenden kann bzw. dort zumindest verstanden werden – was die Ausdrücke, die der chinesischen Lyrik entstammen, jedoch auszeichnet, ist, sofern es sich denn nicht um (unter Japanern) sehr populäre Gedichte handelt, dass die Bezeichnungen nur zusammen mit den Zeichen verständlich sind: wohl kein Mensch wird das gesprochene 残涙 verstehen, es wird nur ein 残類oder ein 残塁 bei ihm ankommen. Noch stärker gilt dies für 曛日(くんじつ): Das versteht wirklich niemand, der es nicht sieht, und selbst wer es sieht, versteht es nur, wenn er in der chinesischen Lyrik bewandert ist. Diese Spezifität des Ausdrucks, also das Zusammentreffen von poetischer Qualität mit »Sinizität« und die daraus resultierende ausschließliche Schriftsprachlichkeit des Ausdrucks sowie sein nahezu exotischer Status innerhalb des Japanischen (→ nicht einmal lexikalisiert), schlage ich daher vor als solche zu bezeichnen. Kann die Community dem etwas abgewinnen?

Herzliche Grüße
JPP
Nein, da ist mir der Wolf durchgegangen – obwohl ja gar nicht Vollmond ist.

「狼として現前する狼」, der als Wolf erscheinende Wolf setzt dadurch, dass der Wolf »als Wolf« erscheint ja gerade voraus, dass es so etwas wie das Wesen des Wolfes gibt.
Da das »Wolfen des Wolfes« ja gerade sagen will, dass es dessen Wesen nicht gibt, sondern nur sein »Wolfen«, ist »das Erscheinen des Wolfes als Wolf« doch viel zu ungenau.
Nimm daher lieber 「狼する狼」- egal wie unkorrekt es klingen mag, sagt es schließlich doch besser aus, dass der Wolf nur durch das Wolfen als Wolf erscheint, genauer: sich Materie in einem energetisch-spatio-temporalen Prozess, der vereinfacht »Wolfen« genannt wird, ereignet/territorialisiert. (Bei Deleuze/Guattari findet man genauere Erklärungen, siehe [/i]Tausend Plateaus)
Eigentlich gibt es den Wolf nämlich gar nicht, sondern nur ein Wolfen, das wir vereinfacht als »Wolf« bezeichnen – zumindest will der Ausdruck vom wolfenden Wolf genau das sagen.

Wolfige Grüße
JPP
Ich meinte natürlich wolfige Grüße
Was für ein wolfiger Tag, lustigerweise lese ich auch gerade etwas wolfiges. Und wenn der eine Wolf zum anderen wolft, wolft sich doch noch ein wolfiger Wolf ins Japanische hinein:

「狼として現前する狼」(Wolf, der als Wolf »erscheint«)

Durch den Terminus 現前 wird hier – zumindest für die mit der philosophischen Terminologie vertrauten Leser – ganz klar auf das Erscheinen im phänomenologischen Sinne (vgl. Husserl) hingewiesen und da das Wolfen des Wolfes nichts anderes ist, als dieses Erscheinen als Wolf (womit halt der ereignishafte, sich nur in der Singularität der konkreten Erscheinung offenbarende Chrakter des Wolfes betont werden soll), hast Du hiermit Deinen wolfenden Wolf in einem Japanisch, das nicht nach falscher Formulierung klingt. Leider geht aber die phonetisch-ästhetische Komponente der Tautologie dabei verloren. Wenn Dir die wichtiger als korrekt klingendes Japanisch ist, kannst Du ja doch 「狼する狼」nehmen...


Herzliche Grüße
JPP
Habe gerade zu Abend gegessen, wobei mir Dein Wolf noch einmal durch den Kopf gewolft ist. Dabei habe ich bemerkt, dass die Wesensbestimmung, also 「狼を狼(と)せしめるのはその狼性なのだ」, ein völlig falscher Ansatz ist. Was mit sprechender Sprache oder wolfenden Wölfen versucht wird auszudrücken, ist nämlich gerade der Versuch propositionales Wissen und prädikative Logik (also Wesenbestimmungen=Platonismen) zu unterlaufen. Es geht bei sprechender Sprache und wolfenden Wölfen vielmehr darum, den Ereignischarakter von Phänomenen zu fassen zu versuchen (vgl. den Begriff des Ereignisses bei Heidegger und seinen Erben in Frankreich, insbesondere den Ereignisbegriff von Deleuze; für Näheres sei z.B. das Buch Ereignis auf Französisch: Von Bergson bis Deleuze (Marc Rölli: 2004) empfohlen), d.h. man geht davon aus, dass man den Wolfs NICHT in einer Wesensbestimmung erfassen kann, sondern nur in der Singularität seines konkreten Erscheinens, also seinem Wolfen. Daher darf man das NUR MIT EINEM VERB übersetzen. Du musst also 「狼する」bzw. 「狼は狼する」nehmen; auch auf die Gefahr hin, dass es falsch klingt, weil alles andere eine völlige Sinnentstellung wäre.

Herzliche Grüße
JPP
Mir ist da gerade doch noch etwas eingefallen:

「狼を狼(と)せしめるのはその狼性なのだ」

»Was den Wolf Wolf sein lässt, ist seine Wolflichkeit«

Da klingt zwar deutlich der philosophische Sprachstil raus, aber das kann man so auf Japanisch sagen, ohne das es falsch klingt.

Es ist zwar kein wolfender Wolf dabei rausgekommen, aber hat man so eine verständliche Umschreibung, denke ich. Das ist auch allemal besser als 「狼は狼として行動する」, weil sich das Wolfen des Wolfs ja nicht nur
auf seine Handlungen, sondern auf sein gesamtes Wesen bezieht – und genau die hat mit 「狼性」erfasst. Ich denke, das ist eine gute Lösung; auch geht die phonologisch-ästhetische Ebene der Tautologie dabei nicht verloren ;

Herzliche Grüße
JPP
Hallo Domi,

Du sprichst da ein sehr schwieriges Problem an, denn sind solche tautologischen Ausdrücke, die ja gerade durch Heidegger sehr populär im Deutschen sind, im Japanischen so nicht reproduzierbar – selbst wenn es das entsprechende Wort im Japanischen gibt. So wird z.B. aus »Die Sprache spricht« 「言葉は語る」oder 「言語が語る」etc., wodurch, selbst wenn die Semantik korrekt übertragen wird, der tautologische Effekt auf der ästhetischen Dimension, der ja in der phonetischen Ähnlichkeit beider Ausdrücke liegt, schließlich kein Äquivalent im Japanischen findet. Solche tautologischen Ausdrücke sind immer nur innerhalb einer Sprache bildbar und können nicht in ihrer vollen Tragweite übertragen werden. Schließlich gilt es hier auch die in einer Kultur und Sprache betreffenden Normen zu berücksichtigen: Im Deutschen kann der Wolf gut wolfen, weil wir hier von Hegel über Heidegger bis zur Gegenwart einen Umgang mit der Sprache pflegen, der solche Ausdrücke ermöglicht – in Japan gibt es solch einen Umgang mit der Sprache nicht.
Daher gilt: Selbst wenn man »der Wolf wolft« behelfsweise als 「狼が狼する」übersetzt, ist das im Japanischen nichts als ein total merkwürdiger Ausdruck, der höchstwahrscheinlich nur dafür sorgen wird, dass man denkt, dass Du das Japanische nicht beherrschst. Wenn man das trotzdem übersetzen will, träfe man den Sinn mit 「狼は狼として行動する」wohl ganz gut – dabei geht dann aber der ästhetische Effekt von »der Wolf wolft« leider verloren... Also wirklich ein Dilemma ohne zufriedenstellende Lösung

Herzliche Grüße
JPP
Hallo Merith,

wie man »Leben durch Veränderung« gut übersetzen kann, ist eine gar nicht so einfache Frage. Wenn man es nämlich direkt übersetzt – was man natürlich einfach tun könnte – klingt es nämlich nicht nach natürlichem Japanisch. (So denke ich zumindest – vielleicht findet sich hier aber auch noch jemand anderes, der da einen klugen Einfall hat) Daher würde ich empfehlen auszuweichen, also einfach etwas zu nehmen, was einen möglichst ähnlichen Sinn hat. Dafür wäre aber interessant zu wissen, welche Nuancen und Konnotationen Dir wichtig sind.
Da Du ja selbst sagst, dass es sich um ein Motto handelt, würde ich empfehlen eine Sprachebene des Japanischen zu nehmen, die den Ton des Mottos trifft. Eine Eigenheit des Japanischen ist, dass der dem Motto, Maxime, Aphorismus etc. entsprechende Ton meist über Elemente des klassischen Japanisch oder gar direkt über das klassische Chinesisch gebildet wird – das verleiht dem Ausspruch dann einen Anstrich, der der Autorität, die das Motto, Maxime etc. einzufordern versucht, entspricht.
Auf diesen Überlegungen basierende Vorschläge、die so auch klassisch/sprichwörtlich sind:

1) 万物流転 (banbutsu ruten) – »Alle Dinge verändern sich«; entspricht etwa Heraklits »panta rhei« hat aber eine buddhistische Färbung

2) 生生流転 (shōjō ruten) »Alles Leben verändert sich fortwährend«; ist ein buddhistischer Terminus, der die Idee des ewigen Kreislaufes der Wiedergeburt (Samsara) ausdrückt
→ konnotiert beides die Unbeständigkeit des Seins

3)行雲流水 (kōun ryūsui) »Wolken ziehen am Himmel, das Wasser fließt«; ist ein ursprünglich chinesisches Sprichwort, das sich erstmals beim (ebenfalls buddhistisch geprägten) großen Meisterkalligraphen und Dichter Sū Dōngpō findet. Der Schwerpunkt liegt hier aber nicht auf der Unbeständigkeit, sondern auf der Dynamik. Es steht für Freiheit und die Fähigkeit unbefangen und sich auf die Dinge einlassend zu leben oder auch mit ungezwungenem und gelungenem Strich zugleich den Pinsel zu schwingen bzw. Texte zu verfassen, die einen solchen Eindruck vermitteln). Dass mit dem Leben, kann man dann auch noch genau ausformulieren (dann büßt es aber Nuancen des Sprichwortcharakters ein, besser: wird zu einer normalen Formulierung, in der halt auch noch ein Sprichwort enthalten ist)

→行雲流水の如く生きること (kōun ryūsui no gotoku ikiru koto)

Ich nehme an, dass es um Tatoos oder so was geht – meiner Meinung nach, sehen nur chinesische Schriftzeichen schöner aus, als wenn da noch japanische Silbenschrift dabei ist. Wenn Du das auch so siehst, hier noch eine Variante im klassischen Chinesisch (die dann zwar nichts mehr mit Japanisch zu tun hat, aber durch das klassische Chinesisch die Autorität sehr gut wahrt)

以行雲流水為人生之範 (yi xingyun liushui wei rensheng zhi fan)

Eigentlich reicht 行雲流水 allein aber auch.

Hoffe, dass hilft Dir erst mal – sonst gib noch genauere Nuancen durch, und dann finden wir vielleicht noch was anderes ;


Herzliche Grüße
JPP


Hallo Dominik,

welche Zeichen richtig sind hängt davon ab, was für eine Kampfkunst Du praktizierst, denn bezeichnet 少林拳 (shàolínquán; jap. Lesart: shōrinken) (meist modernes) chinesisches Wǔshù, 少林寺拳法 (shōrinji kenpō) hingegen eine Mitte des 20. Jahrhunderts in Japan gegründete Kampfkunst, die aber große Einflüsse des 北派少林拳 (běipài shàolínquán = Shaolinquan nördlicher Schule) aufweist. Wenn es Dir wirklich wichtig ist ganz korrekt mit den Zeichen auf Deinem Gürtel zu sein, würde ich an Deiner Stelle das Gespräch mit Deinem Meister suchen, dabei versuchen rauszufinden, was Du denn eigentlich genau trainierst und mich dann entscheiden, was auf den Gürtel soll.

Verschweigen möchte ich Dir gegenüber jedoch nicht, dass es sich bei der Entscheidung für die jeweiligen Zeichen auch um ein ideologisch geprägtes Problem handelt. Einige, bzw. meinen persönlichen Erfahrungen in der Volksrepublik China nach, gar nicht so wenige (nationalistische) Chinesen sind der Meinung, dass die gesamte japanische Kultur nur eine Kopie der chinesischen ist. Wenn Du also die japanische Variante (少林寺拳法) machst, das aber mit dem chinesischen Namen bezeichnest (少林拳) würden die Dir sicherlich zustimmen, vielleicht sogar der Meinung sein, dass Du das besser benannt hast als der eigentliche Name ist. In Japan, einem Land, dem in Sachen Nationalismus keiner so schnell etwas vormacht, würde man sich davon jedoch sehr angegriffen fühlen, denn besteht man heutzutage sehr stark darauf, dass 少林寺拳法 (shōrinji kenpō) 「日本独自のもの」(etwas originär Japanisches) ist. Meinen eigenen Erfahrungen an japanischen Universitäten nach, ist es den entsprechenden Mitgliedern der universitären Sportclubs auch sehr wichtig dies zu betonen. Dass China für viele Japaner (leider immer noch) häufig mit Attributen wie »rückständig«, »vergleichsweise unkultiviert« und/oder, besonders unter jungen Menschen, einfach »uncool« einhergeht, sorgt sicherlich dafür, dass etwaige Unterschiede zwischen den beiden Kampfkunstarten von japanischer Seite überbetont werden, um den nationalistischen Wunsch sich von China unterscheiden zu können (vgl. Distinktion) besser verwirklichen zu können. Weiterhin sollte man bei aller Berücksichtigung des Gegenwartsnationalimus in China und Japan nicht übersehen, dass die japanische Bezeichnung 少林寺拳法(shōrinji kenpō)selbst eine andere Ideologie widerspiegelt, nämlich den Panasianismus, in dessen Wirkungskreis sich auch der (japanische) Gründer des shōrinji kenpō befand, was sich unter anderem daran ablesen lässt, dass mit der Benennung offenkundig versucht wird den chinesischen Ursprung direkt zu bezeichnen – und zu nicht zu verstecken oder zu leugnen, wie es junge Gegenwartsjapaner häufig tun. In diesem Sinne hätte sich Sō Dōshin, der Gründer des shōrinji kenpō, wahrscheinlich sogar gefreut, wenn Du shōrinji kenpō mit chinesischem Kung Fu verwechselst...

Lange Rede kurzer Sinn: Die genaue Zuordnung wird, besonders in Profikreisen, heißer gekocht als gegessen. Letztlich, so finde ich, stellt sich dabei auch die Frage, wieso man etwas unbedingt korrekt bezeichnen muss, was (hier) eh eigentlich kaum jemand durchdringt – nicht einmal die Ausübenden selbst. Reicht dann nicht auch eine ungefähre Bezeichnung? Natürlich sehen die Schriftzeichen ästhetisch aus, aber wenn sie Dir eine Entscheidung aufzwingen, die Du gar nicht fällen willst oder kannst, dann wäre es vielleicht am klügsten einfach auf sie zu verzichten. Gerade, wenn Du im Rahmen Deiner Kampfkunsttätigkeit mit Chinesen und Japanern zu tun hast, die mit dem hierigen Bezeichnungswirrwarr nicht vertraut sind, solltest Du Dir darüber im Klaren sein, dass die Wahl der Schriftzeichen auch mit einer politisch-ideologischen Aussage verbunden ist.

Herzliche Grüße
JPP


Hallo wasser52,
auf der von Dir links platzierten Verpackung steht »Mokubē« (杢兵衛), was ein Eigenname ist. Weiterhin findet sich »Tee aus den Bergen« (山出し茶) und, mit dem goldenen Kreis versehen, »goldenes Siegel« (金印).
Auf der Verpackung daneben steht das gleiche, wie auf der ersten Verpackung, die Du Dir bereits von PerryWinkle hast übersetzen lassen. Ich finde es schön, dass Du Dich dafür interessierst, was auf Deinen Teepackungen draufsteht. Schade finde ich aber, dass Du nicht einmal bemerkst, dass Du nach den gleichen Zeichen zweimal fragst... So viel sei Dir versprochen: Die Beschäftigung mit
den Zeichen ist mindestens genau so spannend, wie Dein Tee lecker ist

Herzliche Grüße
JPP
Liebe Wadoku-Community,

ich möchte mich gerne als Freiwilliger melden Euer Editorenteam zu verstärken.
Ich würde mich sehr freuen mit Euch in Zukunft zusammenarbeiten zu können.

Herzliche Grüße

JPP
Lieber Joschi,

wirklich zufriedenstellendes Lehrmaterial, dass dem Aufbau eines Kurses folgt, ist mir leider nicht bekannt. Wenn Du einsprachiges Material suchst,
helfen Dir aber vielleicht japanischsprachige Vorbereiitungsbücher für den JLPT und das 『日本語文型辞典』 (1998年、くろしお出版) weiter. In Ersteren findest
du Aufgaben, Beispiele und knappe Erklärungen, im Letzteren recht genaue, aber sehr verständliche Erklärungen und noch weitere Beispielsätze. Vielleicht kannst
Du damit gerüstet ja einen eigenen Kurs konzipieren...

Herzliche Grüße
JPP
Lieber Joschi,

meiner Erfahrung nach ist Martina Ebis »Praktische Grammatik der japanischen Sprache« für den Anfang sehr zu empfehlen. Es ist sehr übersichtlich
strukturiert und gibt für alle Erklärungen Beispielsätze an, die auch mit Umschrift versehen sind. Zudem verfügt es über einen Index, sodass man – was ja gerade
am Anfang sehr häufig von Nöten ist – immer schnell etwas nachschlagen kann. Hilfreich ist auch, dass häufig vorkommende Präpositonen und Konjuktionen in einer
Übersicht zusammengestellt sind, denn so findet der Anfänger schnell Zugang zu Wörtern, die für die Bildung und Verkettung von Sätzen absolut wesentlich sind, jedoch
in anderen an den Anfänger gerichteten Grammatiken eher fehlen oder aber in ausführlicheren Grammatiken dazu neigen in der Fülle von Informationen unterzugehen.
Ebis Grammtik ist knapp gehalten und beantwortet sicherlich keine tiefer gehenden Fragen, schafft es aber dem Anfänger das zu vermitteln, was er erst einmal wirklich braucht.

Herzliche Grüße
JPP
An den linguitischen Anonymous: Gerne können wir hier weiter diskutieren. Grundsätzlich stimme ich mit Dir überein, dass falsche Angaben zu vermeiden sind.
Gerne würde ich jedoch erfahren, wieso Du wertvolle Informationen so einfach als "überflüssig" wertest. Auch interessiert mich, wieso Du so niedrige Ansprüche gegen-
über Wadoku vertrittst, wo Du doch selbst als ausgebildeter Linguist, also offensichtlich als Fachmann, an der Verbesserung beteiligt bist.
Liebe Grüße
JPP

P.S.: Sollte mir jemand mitteilen können, ob, und wenn ja, wie man seinen Benutzernamen hier im Forum ändern kann, wäre ich sehr dankbar.
Vielen Dank für die schnelle Antwort! Da ich wirklich kein Händchen für Computer habe , hat mich diese Umstellung etwas verwirrt. Entschuldigung für die dumme Frage, doch vielen Dank für den Tipp. Schade nur, dass man die japanischsprachigen Lexika nun gesondert anklicken muss; mich erfreute an wadoku immer besonders die schnelle Erfassung mehrerer Wörterbücher auf einen Blick, die ohne große Rumtipperei sofort ermöglicht wurde. Viele Grüße und ein frohes neues Jahr 2013.
 
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