N.
Ländern. China (n) (n) (von der Mitte der Edo-Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gebräuchliche Bezeichnung; Chūgoku 中国).

支那

Shina31

N.
Ländern. China (n) (n) (von der Mitte der Edo-Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gebräuchliche Bezeichnung; Chūgoku 中国).
Ableitungen
  支那の ~の |
chinesisch.
Zusammensetzungen
 
  支那油 支那油 |
Bot. Holzölbaum m m; Tungbaum m m; Tungölbaum m m; Kalonussbaum m m; Vernicia fordii; Aleurites fordii.
  支那学 支那学 |
Sinologie f f; Chinakunde f f. (Chūgoku·gaku 中国学)
  支那学者 支那学者 |
Sinologe m m. (Chūgoku·gakusha 中国学者)
  支那 支那 |
Bot. Chinesische Kastanie f f; Weichkastanie f f; Castanea mollissima.
  支那語 支那語 |
Sprache Chinesisch n n (alte Bezeichnung)
  支那趣味 支那趣味 |
Chinoiserie f f.
  支那事変 支那事変 |
Gesch. Japanisch-Chinesischer Krieg m m; Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg m m (Krieg zwischen Japan und China ab 1937; der Krieg mündete in den Zweiten Weltkrieg und endete mit der Kapitulation Japans im August 1945; Nitchū·sensō 日中戦争)
  支那人 支那人 |
obsol. Chinese m m. (Chūgoku·jin 中国人)
  支那蕎麦 支那蕎麦 |
Kochk. chinesisches Soba n n; chinesische Nudeln fpl fpl. || (insbes.) Rāmen n n.
  支那派遣軍 支那派遣軍 |
Gesch. Expeditionsarmee f f Chinas.
  支那藤 支那藤 |
Bot. Chinesische Wisteria f f; Chinesische Glyzine f f; Chinesischer Blauregen m m; Wisteria sinensis.
  支那料理 支那料理 |
Kochk. chinesische Küche f f; chinesische Kochkunst f f; chinesische Gastronomie f f.
Gebrauchsbeispiele
 
  中支那派遣軍 中支那派遣軍 |
Gesch. Expeditionsarmee f f in Zentralchina.
Kommentare

Ist das nicht veraltet/ obsolet? Laut Daijirin gebräuchlich von der Edo-Zeit bis Ende WK II (Ishihara Shintarou verwendet es auch heute noch, weshalb ihm von Rassissmus vorgeworfen wird)

In "gebräuchlich" fehlt das "u"...

Wieder einmal ein Wort, dass wirklich eine Anmerkung benötigt, da es in vielerlei Hinsicht problematisch ist. Rechte behaupten oft, es sei nicht diskriminierend (eine typische Behauptung, die sich, oft ohne weiter begründet zu werden, in vielen 嫌中本 auffinden lässt), andere wiederum, wie z.B. Japaner, die sich nicht für den armseligen Versuch entscheiden, ihrem Leben durch Hass gegenüber China eine Bedeutung zu geben, sagen, dass dieses Wort nur Leute benutzen, die man hierzulande als Nazis bezeichnet. Grund dafür sei, dass die Liebhaber dieses Wortes die Tatsache ignorieren, dass dieses Wort, insbesondere in der Propaganda der Kriegszeit, dafür fungierte, China herabzusetzen – darin die Kontinuität zu den 嫌中本 der Gegenwart und die Geschichtsvergessenheit der Liebhaber dieses Wortes. Allein mit einer kritischen Diskursanalyse zu diesem Wort könnte man sicherlich ein ganzes Buch befüllen – hier reicht jedoch vielleicht der Hinweis auf den Ursprung dieser Geschichte der Abwertung Chinas durch den Terminus 「支那」. Facius beginnt mit dem 『東照社縁起』(1636): »Die Entstehungsgeschichte [also die Schrift 『東照社縁起』] untermauert diesen Anspruch sprachlich. Gleich zu Beginn beschreibt sie Japan als Land, das bis auf die Anfänge des Kosmos selbst zurückgeht. »Aus diesem Grund«, so folgert sie dann, »ist Japan das Land der Götter (shinkoku). Auf zehntausende göttliche Zeitalter folgten abertausende Generationen von Kaisern […]. Bis heute gab es keine Ablösung der Dynastie (ikaku sezu) und keine Unterbrechung der Linie der kaiserlichen Nachfahren. Gibt es in der ganzen Welt ein Land, das so gut regiert wird? Daher ist es wahrlich angemessen, Japan (nihon) als Wurzel (konpon), Indien und China (shina) aber als Äste und Blätter (shiyō) anzusehen.« Der konfuzianische Maßstab einer guten Regierung wird von den Verfassern so gedeutet, dass Japan ihm besser entspricht als China. Und selbst die Schriftzeichen spielen mit der Symbolik japanischer Überlegenheit. Der übliche Name für Japan, nihon, bedeutet »Ursprung der Sonne«, wobei das Zeichen für »Ursprung«, hon, mit dem zweiten Schriftzeichen des Wortes für »Wurzel« identisch ist. Für China wird das damals ungebräuchliche Wort shina verwendet. Das wird mit Schriftzeichen geschrieben, die ursprünglich bloß die Laute eines Sanskrit-Lehnwortes wiedergeben. Hier wird allerdings eine Variante des ersten Schriftzeichens shi im Wort für »Äste und Blätter« wiederaufgenommen, so dass der gebildete Betrachter die Identifikation Japans mit der Wurzel und Chinas mit den Ästen schon aus den Landesnamen ablesen konnte.« ー Michael Facius: »China Übersetzen: Globalisierung und chinesisches Wissen in Japan im 19. Jahrhundert«, Frankfurt am Main 2017, S. 46.