彼はドイツに出稼ぎに行ったが、妻と子供たちは家に残った。

かれはどいつにでかせぎにいったが、つまとこども・たちはいえにのこった。Kare wa Doitsu ni dekasegi ni itta ga, tsuma to kodomo·tachi wa ie ni nokotta.

Bsp. Er arbeitete in Deutschland, während seine Familie zu Hause (in Japan) blieb.

  ✔  

いった

anonymous (10.08.2019)

Auch wenn man kein Sympathisant von kritischem Denken ist, kann man, so glaube ich, anerkennen, dass »seine Familie« für 「妻と子供たち」eine Übersetzung ist, die nicht nur ungenau ist, sondern, wenn sie denn beansprucht mit »seine Familie« den gleichen Inhalt wie 「妻と子供たち」auszudrücken, Ausdruck einer heteronormativen Ideologie ist, die heutzutage zumindest von Teilen der Gesellschaft in Frage gestellt wird. Es stellt sich daher die Frage, ob die Übersetzung »seine Familie« für 「妻と子供たち」nicht für einige Personen, für die wiederum sich einige andere Personen entschieden haben mehr Empathie, auch im Gebrauch der Sprache, aufbringen zu wollen, irritierend und unangenehm oder gar verletzend wirkt. Die in Klammern hinzugefügte Übersetzung »(in Japan )« als wohl lieb gemeinte Verständnisergänzung für 「家に」ist ebenfalls nicht unproblematisch, denn ist nicht zwangsweise das Zuhause eines jeden Japaners in Japan; wollte man das damit aussagen, wäre es nur Spiegel eines obsoleten Weltbildes, in dem die Vielfalt an Möglichkeiten, wo Japaner ihr Zuhause haben können, nicht berücksichtigt wird. Etwa wie es oft in Japan passiert, wenn einfach angenommen wird, man würde gerne lieber die englischsprachige Broschüre bekommen, oder einem gar unterstellt wird, man spräche lieber Englisch, nur weil man eine weiße Fresse hat.

JPP (30.08.2019)

Meinst du nicht, dass es hilfreich für alle wäre, wenn man genau wissen könnte, wie du den Satz konkret übersetzen würdest?

anonymous (30.08.2019)

Vielleicht wäre es auch hilfreich zu wissen, dass das ein veränderter 研究社 新和英中辞典 - Satz ist. Original bei Weblio:" 彼は東京に出稼ぎに行ったが, 妻と子供たちは家に残った. He left for Tokyo to find temporary work, while his wife and children remained at home."

anonymous (30.08.2019)

Ich dachte, dass geht aus dem Kommentar hervor: 「妻と子供たち」 nicht als »Familie« (was heutzutage ja auch »Mann und Kind« oder einfach nur »Mann« sein könnte oder vielleicht sogar etwas ganz Diverses), sondern halt als »Frau und Kinder« und »zu Hause« einfach nicht weiter spezifizieren, weil darüber nichts genaues ausgesagt wird (außer, dass es nicht Deutschland ist) und eigenmächtige Ergänzungen Gefahr laufen nur Stereotypen wiederzukäuen. Die können zwar auch zutreffen – müssen es aber nicht; man grenzt damit Minderheiten aus, daher kann man es dann auch gerne sensibler formulieren. Außerdem ist mir noch aufgefallen, dass es ebenfalls problematisch ist, einfach stillschweigend vorrauszusetzen, dass es im Satz überhaupt um Japaner geht. Es könnte ja ebenso gut um z.B. Spanier gehen, die japanisch sprechen oder über die nur ein Japaner etwas schreibt. Es ist genau diese normative Kraft der Gleichsetzung von Sprache, Nation und Identität, die in unseren Zeiten immer mehr Menschen als Gewalt erfahren. Auch in Japan, man lese nur einmal (den sicherlich seine Privilegien nicht ausreichend reflektierenden) リービ 英雄, z.B. seinen Essayband 「日本語を書く部屋」(2001). Daher ist der Zusatz »(in Japan)« doppelt problematisch. Der Satz ist ein gutes Beispiel dafür, wie leicht es ist, in die normativen Fallen einseitiger Weltbilder zu fallen.

JPP (30.08.2019)

Der Verweis auf Weblio mag eine Erklärung sein, aber, so finde ich, sollte nicht (ich möchte anonymous dem Zweiten auch nicht unterstellen, dass es so gemeint war) als Legitimierung missverstanden werden. Ich denke, Wadoku ist deutlich anspruchsvoller. Leider passiert es aber zuweilen, wie ja wohl auch bei diesem Eintrag, dass die unkritische Reproduktion von Übersetzungen, die in niveauärmeren Wörterbüchern stehen, hier einfach übernommen werden, was dann manchmal dazu führt, dass Wadoku an Qualität einbüßt.

JPP (30.08.2019)

Wohl weil dies ein japanisch-deutsches Wörterbuch ist, wurde 東京に zu ドイツに und weil der Mann im Original (weblio) offensichtlich ein Japaner ist "(in Japan)" ergänzt. Ich habe noch nie gehört, dass ein Japaner temporär seine Familie verlässt, um in Deutschland nach Arbeit zu suchen. Vielleicht kennt derjenige, der (oder diejenige, die) den Satz auf Deutsch übersetzt hat, ja einen solchen Fall, aber er scheint mir doch sehr unrealistisch. Ich weiss, dass es viele Japaner gibt, die in Deutschland arbeiten, aber das sind keine 出稼ぎ労働者. Weil der Ausdruck 出稼ぎに行く offensichtlich missverstanden wurde, wurde er einfach mit "arbeiten" übersetzt.

anonymous (30.08.2019)

Zum ersten Kommentar von JPP: Ich glaube, dass du etwas verwechselst. Natürlich ist es nicht sehr präzise wenn man "妻と子供たち” mit "seine Familie" übersetzt, aber der Vorwurf, dass das "Ausdruck einer heteronormativen Ideologie" sei, ist absurd und es ist unverständlich, weshalb dies "irritierend und unangenehm oder gar verletzend" wirken könnte. Anders wäre es, wenn japanisch "家族” mit "seine Frau und Kinder" übersetzt würde. Dann würde dein Vorwurf zutreffen, denn er könnte ja auch mit einem Mann verheiratet sein.

anonymous (31.08.2019)

An JPP: Du magst dir eventuell YT-Video 0UeJzbx1iu0 ansehen. Kurzum: Hier reißt dir niemand den Kopf ab, auch wenn du NICHT zeigst, dass du dich (tatsächlich oder angeblich) angegriffen fühltest, nur weil es ja sein KÖNNTE, dass andere sich angegriffen fühlen. Laut Video ist dein Verhalten typisch für Mitglieder von "high-control groups". Ob du einer solchen Gruppe angehörst, musst du selbst herausfinden. In so etwas wie einem Beispielsatz in einem Wörterbuch einen gezielten Angriff oder Manipulation zu sehen, hat auch nichts mit kritischem Denken zu tun, siehe dazu auch Video 6OLPL5p0fMg. Indes halte ich „seine Familie“ unnötig frei übersetzt; „seine Frau und seine Kinder“ kann man so auch auf Deutsch sagen und wäre deshalb m.M.n. angebrachter.

anonymous (31.08.2019)

An Dan (einer der Editoren): den letzten Kommentar sollte man sofort löschen. Eine Begründung dieser Forderung erübrigt sich. Wenn du den gelöscht hast, kannst du diesen Kommentar ebenfalls löschen.

anonymous (01.09.2019)

An anonymous I. vom 31.08: Vielen Dank für deinen Hinweis, dass es sich um eine Verwechslung meinerseits handelt. Leider kann ich deiner Argumentation jedoch nicht ganz folgen. Offenbar siehst du es, ähnlich wie ich, als problematisch an, wenn man mit »Familie« den gleichen Inhalt ausdrücken möchte wie mit »Frau und Kinder«. Dann machst du – so wie ich es verstehe – eine Unterscheidung, die ich leider nicht nachvollziehen kann: Du sagst, dies gelte zwar von der Übersetzung von der Ausgangssprache Japanisch in die Zielsprache Deutsch (「家族」→»Frau und Kinder« träfe zu), und stellst weiterhin fest, dass es absurd sei, wenn man umgekehrt (so wie ich) von dem ›Ergebnis‹ in der Zielsprache Deutsch her schaut, wie die Aussage der Ausgangssprache umgeformt wurde (「妻と子供たち」→»Familie«). Ich stelle von der Zielsprache her betrachtet einen vereinnahmenden Gestus fest, da eine klar spezifizierte Aussage (Frau und Kinder) einfach mit einem allgemeinen Begriff (Familie) gefasst wird, der eigentlich auch viele andere Modelle bezeichnen könnte. Natürlich ist »Familie« an sich nicht irritierend, das wird es erst (wie ich auch in meinem ersten Kommentar geschrieben habe), wenn damit BEANSPRUCHT wird nur den Inhalt »Frau und Kinder« bezeichnen zu können - und das passiert meiner Meinung nach, wenn im Prozess der Übersetzung aus »Frau und Kinder« (die einzige Bedeutung, die in der Übersetzung bezeichnet werden soll) einfach »Familie« gemacht wird. Da der Ungenauigkeit der Übersetzung des Eintrags genau diese Gleichsetzung von »Familie« mit »Frau und Kinder«, die nämlich nicht berücksichtigt, dass »Familie« auch etwas anderes als »Frau und Kinder« bedeuten könnte, zugrunde liegt, finde ich es problematisch. Das ist sicherlich ein wenig um die Ecke gedacht, ›absurd‹ scheint mir jedoch etwas anderes zu sein. Wie gesagt habe ich deiner Argumentation jedoch leider nicht ganz folgen können und wäre dir dankbar, wenn du noch einmal genau ausführen könntest, worin die Absurdität meiner Feststellung liegt.

JPP (01.09.2019)

Du schreibst: "Ich stelle von der Zielsprache her betrachtet einen vereinnahmenden Gestus fest, da eine klar spezifizierte Aussage (Frau und Kinder) einfach mit einem allgemeinen Begriff (Familie) gefasst wird, der eigentlich auch viele andere Modelle bezeichnen könnte." Und schliesst daraus, dass der "Ungenauigkeit der Übersetzung des Eintrags", eine "Gleichsetzung von »Familie« mit »Frau und Kinder«, die nämlich nicht berücksichtigt, dass »Familie« auch etwas anderes als »Frau und Kinder« bedeuten könnte, zugrunde liegt". Es ist m.E. absurd, so "um die Ecke" zu denken. Letzteres gestehts du ja auch ein. Um es anders zu formulieren: Aus der Ungenauigkeit der Übersetzung von 妻と子供達 mit "Familie" zu folgern, dass derjenige, der (oder diejenige, die) das übersetzt hat, ein heteronormatives Weltbild hat, ist absurd und basiert auf einer Unterstellung, die durch keine weiteren Indizien belegt werden kann. Ich möchte Dir deine Meinung (so bezeichnest du es ja selbst) nicht nehmen. Jeder (und jede) darf denken, was er (bzw. sie) will. Der Eintrag soll als Beispiel für 残る dienen, weshalb eine solche Ungenauigkeit, die nicht die Übersetzung von 残った betrifft hingenommen werden kann. Es ist auch methodisch problematisch, aufgrund eines (!) Beispiels "von der Zielsprache Deutsch her betrachtet einen vereinnahmenden Gestus" festzustellen, denn Du kannst ja gar nicht wissen, wie der- bzw. diejenige "Familie" auf Japanisch wiedergeben würde. Deine Feststellung ist ein durch nichts belegbares Postulat und daher sind die Schlüsse, die du daraus ziehst, absurd.

anonymous (02.09.2019)

Einerseits empfinde ich alles nicht so problematisch wie JPP, andererseits verstehe ich aber auch nicht, warum an dem Wort "Familie" festgehalten wird, statt dieses mit "Frau und Kinder" zu ersetzen.

anonymous (03.09.2019)

Die Semantik von 出稼ぎ müsste man viel stärker berücksichtigen als bisher. 出稼ぎ(でかせぎ)とは、所得の低い地域や就職先の少ない地域に在住する者が、単身で、所得が高く就職先も多い地域で就労すること。定住地から離れた場所での労働を示し、この移動労働により得た所得の一部は定住地の家族に送金する場合が多いとされている。明治時代から昭和初期には「季節労働」・「出稼」の表記もみえるが、近年の日本の公文書では、「出かせぎ」を用いている(平成22年の国勢調査票の添付書類より)。

anonymous (05.09.2019)