N.
schriftspr. 1 Klingenspitze f f.
2 übertr. Schärfe f f; Schonungslosigkeit f f; Heftigkeit f f; Biss m m; Spitzzüngigkeit f f; Scharfzüngigkeit f f; Aggressivität f f; Sarkasmus m m.

ぼう5hōbō0

N.
schriftspr.1 Klingenspitze f f.
2 übertr. Schärfe f f; Schonungslosigkeit f f; Heftigkeit f f; Biss m m; Spitzzüngigkeit f f; Scharfzüngigkeit f f; Aggressivität f f; Sarkasmus m m.
Kommentare

Auch in der Notationsform 「鋒芒」. Darüber hinaus bietet sich das Verlinken qua Synonymleiste mit 鋭鋒 und 切っ先・鋒 an.


Polemik, verbaler Kampfgeist, (insbesondere aggressiv) Zuspitzen/Überspitzen. Sarkasmus hingegen ist eine Interpretation, die zwar in manchnen Fällen über den Kontext legitimiert werden kann, aber nicht notwendig zutreffen muss. Sie erscheint auch deshalb eher problematisch, da mit 嘲笑 und 冷笑 genauere Entsprechungen vorliegen. (Vgl. Pfeiffer: Hohn, bissiger Spott’. Griech. sarkasmós (σαρκασμός) ‘das Hohnlachen eines Zornigen, höhnende Rede, bitterer Spott’, abgeleitet von sarkázein (σαρκάζειν) ‘entfleischen


,das Fleisch von den Knochen abnagen, übertragen ‘bitter, grimmig verhöhnen’, zu griech. sárx, Genitiv sarkós (σάρξ, σαρκός) ‘Fleisch’, wird im 16. Jh. (mit latinisierter Endung) ins Dt. übernommen; im 18. Jh. begegnen als Nebenformen auch Sarkasmos (nach dem Griech.), Sarkasm (nach engl. sarcasm), Sarkasme (nach frz. sarcasme). sarkastisch Adj. ‘bitter, bissig, spottend, höhnisch’ (17. Jh.), griech. sarkastikós (σαρκαστικός) ‘hohnlachend, höhnend, bitter spottend’, anfangs auch sarcasmisch (17. Jh.).)


Mit der ›Sarkasmus‹ betritt man also einen Bereich gänzlicher anderer Metaphorik – deswegen plädiere ich dafür hier an ›der Spitze zu bleiben‹, also einer Metaphorik, die dem japanischen Begriff entspricht. Der Akt der Zuspitzung, für den die Spitze steht, meint schließlich etwas vom Sarkasmus Grundverschiedenes, maximale Konzentration von Kraft und Aufmerksamkeit in einem Punkt, nicht zuletzt als Entfaltung des ›eigentlichen‹ Potentials. Siehe auch Heidegger: »Ursprünglich bedeutet der Name ›Ort‹ die


Spitze des Speers. In ihr läuft alles zusammen. Der Ort versammelt zu sich ins Höchste und Äußerste. Das Versammelnde, holt zu sich ein, verwahrt das Eingeholte, aber nicht wie eine abschließende Kapsel, sondern so , daß er das Versammelte durchscheint und durchleuchtet und dadurch erst in sein Wesen entläßt.« Der frühe Heidi ist hier noch vom Wesen besessen – gleichwohl mag man im Begriff ›Ort‹ schon die späte Topologie und die Wende zum Ereignis vorausahnen. Der Ort, die Spitze, der Speer, ersticht das


Potential des Seins. Wer hierin Sticheleien, Gemeinheiten oder Sarkasmus erblickt, hat das Wesen des Stechens und Zusptizens nicht verstanden.


Stechen und Zuspitzen ist so gesehen oft auch eine Art Ausbrechen, z.B. aus dem Verblendungszusammenhang, wenn man denn mit adornitischen Spitzen sticht. Oder auch einfach aus der Konvention, diesem Gefängnis des Geistes.


Ins Heidi-Zitat schlich sich ein Dreher ein, hier die richtige Version: »Ursprünglich bedeutet der Name ›Ort‹ die Spitze des Speers. In ihr läuft alles zusammen. Der Ort versammelt zu sich ins Höchste und Äußerste. Das Versammelnde durchdringt und durchwest alles. Der Ort, das Versammelnde, holt zu sich ein, verwahrt das Eingeholte, aber nicht wie eine abschließende Kapsel, sondern so, daß er das Versammelte durchscheint und durchleuchtet und dadurch erst in sein Wesen entläßt.«


Wer in der Spitze Stichelei, Gemeinheit oder Sarkasmus erblickt, hat sicher nicht mehr alle Speere im Waffenschrank.


›ersticht das Potential‹ in der Bedeutung ›er-sticht das Potential‹